Mintraching/Halbmeile/Metten
Einen abwechslungsreichen und zugleich besinnlichen Halbtagesausflug unternahm der Seniorenkreis der Pfarrei Mintraching am Mittwoch, 2. September. Ziel der Fahrt war zunächst der bekannte Wallfahrtsort Halbmeile bei Deggendorf mit seiner Wallfahrtskirche zur Schmerzhaften Muttergottes. Insgesamt 47 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der gesamten Pfarreiengemeinschaft Mintraching und darüber hinaus hatten sich zu diesem Ausflug angemeldet.
Bei herrlichem, fast schon spätsommerlichem Wetter machte sich die Reisegruppe mit dem Bus auf den Weg in den Raum Deggendorf. In Halbmeile angekommen, wurden die Ausflügler zunächst von der Mesnerin der Wallfahrtskirche herzlich begrüßt. Bei einer kurzen, aber informativen Kirchenführung erfuhren die Besucher viel Wissenswertes über die Geschichte des besonderen Wallfahrtsortes.
Dabei erklärte die Mesnerin zunächst auch die Herkunft des ungewöhnlichen Namens „Halbmeile“. Der Ort liegt, wie der Name bereits vermuten lässt, etwa eine halbe Meile von Deggendorf entfernt. Anschließend ging sie näher auf die Entstehung und Geschichte des Wallfahrtsortes ein. Mittelpunkt der Verehrung ist das Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes, das sich heute mitten in der Kirche befindet. Besonders aufmerksam lauschten die Besucher auch den Ausführungen zu einer sichtbaren Besonderheit des Gnadenbildes: Noch heute ist dort ein Einschussloch zu erkennen, das von einem früheren gewaltsamen Angriff auf das Bildnis zeugt.
Im Anschluss an die Kirchenführung feierte Pfarrer Klaus Beck aus Mintraching mit der Reisegruppe die Heilige Messe. Für den Gottesdienst hatte er bewusst das Messformular vom 15. September ausgewählt, dem Gedenktag der Schmerzen Mariens. Dieses Fest passte in besonderer Weise zum Wallfahrtsort und zum dort verehrten Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes.
Zu Beginn des Gottesdienstes erklärte Pfarrer Beck die Bedeutung der sieben Schmerzen Mariens, die auf dem Gnadenbild durch sieben Schwerter dargestellt werden. Sie erinnern an die schweren Stationen im Leben der Gottesmutter: die Weissagung Simeons, die Flucht nach Ägypten, den Verlust des zwölfjährigen Jesus auf der Pilgerfahrt nach Jerusalem, die Begegnung Mariens mit ihrem Sohn auf dem Kreuzweg, die Kreuzigung Jesu, die Kreuzabnahme und schließlich die Grablegung Jesu.
In seiner Ansprache machte Pfarrer Beck deutlich, dass Maria den Menschen gerade in den schweren Stunden des Lebens besonders nahe sei. Sie kenne selbst Angst, Sorge, Schmerz und Trauer. Deshalb könne sie für viele Menschen eine besondere Begleiterin und Fürsprecherin sein. Gerade an einem Wallfahrtsort wie Halbmeile werde deutlich, dass Menschen seit Jahrhunderten mit ihren Sorgen, Bitten und Hoffnungen zur Gottesmutter kommen.
Der Gottesdienst wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit schönen und bekannten Marienliedern festlich mitgestaltet. Die Lesung trug Lotte Stierstorfer vor, während Rita Gerl die Fürbitten übernahm. Beide hatten den Ausflug des Seniorenkreises auch organisiert und vorbereitet.
Nach der Heiligen Messe ging die Fahrt weiter nach Metten. Dort kehrte die Reisegruppe im Klostercafé ein, wo sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Kaffee, Kuchen und anderen Köstlichkeiten leiblich stärken konnten. Die gemeinsame Zeit wurde zu einer guten Gelegenheit für Gespräche und Begegnungen.
Bevor schließlich die Heimreise angetreten wurde, versammelte sich die Gruppe noch in der beeindruckenden Klosterkirche von Metten. Für die Teilnehmer aus Mintraching hatte dieser Besuch eine besondere Bedeutung. In einer Gruft der Klosterkirche ist der gebürtige Mintrachinger Abt Emmeram Geser begraben. Der langjährige Abt des Klosters Metten war im Dezember 2021 verstorben.
Mit einer kurzen Andacht gedachte die Reisegruppe des aus Mintraching stammenden Benediktinerabtes. Gemeinsam wurde für ihn gebetet und seiner in dankbarer Erinnerung gedacht. Für viele Mitfahrer war dieser Moment ein besonders eindrucksvoller und persönlicher Abschluss des Ausfluges.
Danach hieß es wieder Abschied nehmen und mit dem Bus die Heimfahrt nach Mintraching und in die umliegenden Orte anzutreten. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass es ein sehr schöner und gelungener Ausflug gewesen war. Das traumhafte Wetter, die besonderen Eindrücke in Halbmeile und Metten sowie die gute Gemeinschaft trugen wesentlich zum Gelingen des Tages bei.
Ein besonderer Dank galt auch der Raiffeisenbank Oberpfalz-Süd, Geschäftsstelle Mintraching. Durch eine großzügige Spende der Bank konnte der Ausflug finanziell unterstützt werden.
Bevor die Mitfahrer den Bus verließen, nutzte Rita Gerl noch die Gelegenheit, auf die nächste Veranstaltung des Seniorenkreises hinzuweisen. Am Dienstag, 20. Oktober, wird der traditionelle Seniorenkirta in der Dorfschänke in Mintraching gefeiert. Schon jetzt lud sie alle Seniorinnen und Senioren herzlich dazu ein.
Der Halbtagesausflug nach Halbmeile und Metten hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig die Angebote des Seniorenkreises für die Gemeinschaft in der Pfarrei sind. Neben gemeinsamen Unternehmungen und geselligen Begegnungen kommen dabei auch Besinnung, Glaube und das gemeinsame Gebet nicht zu kurz.


