Im festlichen Gottesdienst am Sonntag, 4. Januar 2026, wurden in Scheuer die diesjährigen Sternsinger feierlich ausgesandt. Nach dem Gottesdienst machten sich Marlene Hoffmann, Felicitas Wartlsteiner und Jonas Walch auf den Weg, um den Segen in die Häuser zu bringen und Spenden für notleidende Kinder zu sammeln.
Zelebriert wurde der Gottesdienst von Pfarrer Klaus Beck, der in seiner Predigt die Bedeutung des Sterns von Betlehem in den Mittelpunkt stellte. Ausgehend von der Verheißung des Propheten Bileam – „Ein Stern geht auf in Jakob“ – spannte er den Bogen bis in die Gegenwart. Der Stern, so Pfarrer Beck, habe nicht laut gesprochen, aber den Weg gewiesen. Dieses Suchen und Aufbrechen verbinde die Menschen bis heute mit den Weisen aus dem Osten – und ganz besonders mit den Sternsingern, die den Glauben konkret in den Alltag tragen.
Musikalisch wurde der Gottesdienst an der Orgel von Thomas Kamm feierlich begleitet. Gemeinsam mit den Gläubigen wurde zum Abschluss das Lied „Stern über Betlehem“ gesungen.
Ein besonderer Moment des Gottesdienstes war die Segnung des Dreikönigswassers, der Kreiden und des Weihrauchs. In seiner Predigt erläuterte Pfarrer Beck deren Bedeutung: Das Dreikönigswasser erinnere an die Taufe Jesu und an die eigene Taufe, in der Gott jedem Menschen zusagt: „Du bist mein geliebtes Kind.“ Die Kreide mit der Aufschrift C + M + B an die Türen geschrieben wird, stehe nicht nur für die Heiligen Drei Könige, sondern für den Segenswunsch „Christus mansionem benedicat“ – Christus segne dieses Haus. Der Weihrauch wiederum symbolisiere die Gebete der Menschen, die wie sein Duft zu Gott aufsteigen. Nach dem Gottesdienst konnten die Gläubigen die gesegneten Zeichen mit nach Hause nehmen.
Vor dem Auszug der Sternsinger segnete Pfarrer Beck die Kinder und Jugendlichen, die anschließend ihren traditionellen Spruch in der Kirche vortrugen. Er dankte ihnen herzlich dafür, dass sie einen oder sogar zwei Tage ihrer Weihnachtsferien opfern, um den Segen in die Häuser zu bringen und sich für Kinder einzusetzen, denen es nicht so gut geht. Ebenso sprach er den Gläubigen seinen Dank für die großzügigen Spenden aus.
Das Leitwort der diesjährigen Sternsingeraktion lautet „Raus aus der Fabrik, rein in die Schule“ und macht auf die Situation von Kindern aufmerksam, die unter ausbeuterischen Bedingungen arbeiten müssen und keinen Zugang zu Bildung haben.
Am Dreikönigstag, 6. Januar 2026, werden teilweise andere Sternsinger ein weiteres Mal ausgesandt: In der Wallfahrtskirche in Scheuer erhalten sie erneut den Segen, bevor sie sich auf den Weg in die Ortschaft Mangolding machen. So wird die Botschaft von Weihnachten auch dort weitergetragen – als Zeichen des Glaubens, der Hoffnung und der gelebten Nächstenliebe.



